Das Ende des Walfangs im Südpolarmeer!

Mittwoch, 26. Dezember 2018: Sea Shepherd hat sich seit 2002 gegen Japans Walfang im Antarktischen Walschutzgebiet eingesetzt. Die ersten Fahrten in die Gewässer der Antarktis fanden 2002 statt, dem folgten fortlaufende Kampagnen von 2005 bis 2017. Durch das Einschreiten von Sea Shepherd wurden in diesem Zeitraum über 6.000 Wale vor den Harpunen der japanischen Walfangflotte gerettet, die ihren kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Forschung betrieb. 

Im Jahr 2017 begann die japanische Regierung, mehrere Millionen Dollar in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren, um Sea Shepherd daran zu hindern, ihre Flotte beim Walfang zu stören. Die Sicherheitsmaßnahmen umfassten u.a. militärische Überwachungstechnologien in Echtzeit.

Captain Paul Watson vor dem Fabrikschiff NISSHIN MARU. Foto: Barbara Vega/Sea Shepherd
Diese massive Aufrüstung hatte Sea Shepherd zwar davon abgehalten, 2018 ein weiteres Mal ins Südpolarmeer zurückzukehren, dennoch sorgte sie zeitgleich auch dafür, dass Japan enorme Ressourcen aufwenden musste, um ihre anhaltenden Sicherheitsmaßnahmen aufrechtzuerhalten.

Der Aufwand und die Kosten, Sea Shepherd am Einschreiten zu hindern, stiegen daher entsprechend stark an.

Ein Wal schwimmt neben dem Harpunenschiff YUSHIN MARU. Foto: Steve Ward / Sea Shepherd

Dieser Mehraufwand sowie das Urteil des Internationalen Gerichtshofs, das die japanische Forschung als Betrug erklärte, verbunden mit der weltweiten Verurteilung der Aktivitäten Japans im Südpolarmeer haben in den Augen von Captain Paul Watson letztendlich dazu geführt, dass Japan sich nun zu dem Schritt entschlossen hat, seinen kommerziellen Walfang jetzt offen und nicht mehr unter dem Deckmantel der Forschung zu betreiben.

Das Konzept, sich als Wissenschaftler auszugeben, wird nun aufgegeben, was wiederum bedeutet, dass es absolut keine Rechtfertigung für die Jagd auf Wale in einem international anerkannten Walschutzgebiet geben kann. Dies wird daher das letzte Jahr für Japans Walfangaktivitäten im Südpolarmeer sein.

Das Fabrikschiff NISSHIN MARU. Foto: Glenn Lockitch/Sea Shepherd
Unser Ziel, das Abschlachten von Walen im Antarktischen Walschutzgebiet zu beenden, wurde somit erreicht und es ist für unsere Kampagne ein Sieg, dass aus dem Südpolarmeer nun die gewünschte walfangfreie Zone wird.

Wenn Japan beschließt, sich aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) zurückzuziehen, wird es der IWC ermöglicht, dem Antrag auf Einrichtung des Südatlantischen Walschutzgebiets zuzustimmen und damit den Walfang in der südlichen Hemisphäre tatsächlich zu beenden.

Japan wird sich nun Norwegen und Island als weitere skrupellose Walfangnation anschließen, die dann alle drei illegalen Walfang im Nordpazifik und im Nordatlantik betreiben.

Der Krieg um die Wale im Südpolarmeer wird bald vorbei sein und der Fokus wird sich nun auf die Nordhalbkugel richten müssen.

Das Sea-Shepherd-Schlauchboot GEMINI rast neben dem Harpunenschiff YUSHIN MARU her. Foto: Marianna Baldo/ Sea Shepherd
Sea Shepherd begrüßt die Ankündigung Japans und sieht darin eine positive Entwicklung.

„Wir freuen uns, das Ende des Walfangs im Antarktischen Walschutzgebiet zu sehen. Wir freuen uns, dass es bald ein Walschutzgebiet im Südatlantik geben wird, und wir freuen uns darauf, uns weiterhin gegen die drei verbliebenen Piraten-Walfangnationen zu stellen: Norwegen, Island und Japan. Der Walfang als „legale“ Industrie ist nun vorbei. Jetzt muss man nur noch mit den Piraten aufräumen“, sagte Captain Paul Watson.
Texte und Bilder von sea-shepherd.de