Ostseetour 2018

 

Drei Wochen hatten wir nur Zeit um meinen Freiheitsdrang zu besänftigen. Leider waren drei Wochen reisen im Nu rum und wir sind wieder gut in der  Casa del Bartmann gelandet. Die Idee einfach mal in Deutschland zu bleiben und sich das anschauen, was so nahe liegt, hat sich nun zum zweiten Mal bestätigt. Deutschland hat so wunderschöne Ecken und dieses Jahr wollten wir an die Ostsee. Meine Tochter freute sich schon lange auf die Tour und war froh, als es dann endlich Anfang der Sommerferien losging. Wir packten den Hanomag voll mit jeder Menge Gerümpel und Strandzeugs und ab ging es Richtung Norden.

...Den ersten Tag starteten wir gegen neun, noch schnell Tanken und weg. Als ersten Etappenziel hatte ich eigentlich das Steinhuder Meer angepeilt, doch meine Tochter drängte Richtung Meer. „Papa, das Navi sagt, das sind nur noch 240km... Das schaffen wir und der Laster“. Hmmm… 240 km Hanomag… Landstraße = Fünf Stunden. Das ist dann doch ein wenig zu viel und Oskar, unser Irrer Setter war auch schon platt. Ich habe mich dann doch noch ein wenig erweichen lassen und wir sind noch bis kurz vor Hamburg gefahren. Den ersten Stellplatz hatten wir schnell gefunden und standen in einem einsamen Waldstück mit Schatten und Oskar konnte sich mal ein bissel bewegen. Nach dem Abendessen sind wir schnell  in die Falle. Wir wollten ja früh weiter und schnell ans Meer. Fast hätte es auch geklappt früh aufzustehen… Wir sind dann gegen neun wieder los. Ein bisschen verschlafen gehört ja zum Urlaub dazu. Gegen Mittag waren wir dann am Meer. Kellenhusen, ein Ort an dem ich als Kind schon oft Urlaub gemacht habe, war unser erstes Ziel. Schnell bei "Park4Night" reingeschaut und schon hatten wir einen Parkplatz ziemlich nah am Hundestrand mit öffentlicher Stranddusche. Perfekt für die die zweite Nacht. Es dauerte nicht lange bis der nette Mann vom Ordnungsamt am Hanomag stand und uns verscheuchen wollte. Neeee… so einen schönen Platz gibt man nicht kampflos auf und wir durften bleiben. Ziemlich schnell füllte sich der Platz mit anderen Bullis und Vans, meist Surfer, die das genau so wenig juckte wie uns dort zu stehen. Wir verbrachten dort dann doch ein paar Tage, weil es dort echt schön war und der Ordnungsbeamte uns auch in Ruhe ließ. Wir wollten natürlich irgendwann weiter und fuhren ganze acht Kilometer zum nächsten Strand. Dahme, ein kleiner, verschlafener Ort, der nicht so überfüllt ist wie die meisten anderen. Dort ist ein schöner Platz zum Stehen, direkt am Wasser, mit dem gleichen Beamten vom Ordnungsamt, der uns  schon mit Namen begrüßte. Verdammt klein die Welt, meinte er und verschwand nach kurzer Ermahnung. Also mussten wir uns für die nächsten Tage etwas anderes suchen und verschwanden am nächsten Morgen wieder aus Dahme. Da wir nun langsam mal wieder Wasser tanken mussten, fuhren wir auf einen Wohnmobilstellplatz am Lensterstrand. Hier konnte man direkt neben der Surfschule und hinter dem Deich stehen. Tiptop… und günstig war er auch. Zum Hundestrand war es leider weit und total überfüllt, so dass wir uns am nächsten Tag wieder aufmachten. Wir fanden einen schönen wilden Strand, wo wir dann nächtigten. Wild stehen ist immer noch das schönste, aber leider an der Ostsee so gut wie nicht mehr möglich. Schade, aber wenn man einige Plätze findet, die von Menschen mit Unmassen von Müll verdreckt werden, ist es kein Wunder, dass solche schönen Plätze mit Schranken oder Ähnlichem versperrt werden. Wenn jeder der kommt und seinen Müll wieder mitnehmen würde, wäre es wahrscheinlich besser. Am nächsten Morgen starteten wir dann Richtung Neustadt, wo meine Freundin, die mit dem Zug nachgekommen ist, auf uns wartete. Endlich waren wir wieder alle zusammen und nach kurzer Tour durch Neustadt fuhren wir wieder an die Küste. Der nächste Wahnsinnsplatz direkt am Wasser war aber nicht von langer Dauer, da ich von einer Wespe gestochen wurde und mein Kreislauf das gar nicht toll fand.  Also setzten wir am Abend unsere Fahrt fort Richtung Kiel. Wir klapperten die von uns bekannten Orte entlang der Küste Richtung Kalifornien/ Brasilien ab, bis wir nach 2 Tagen dann auf einem Stellplatz zwischen den beiden Orten standen. Alleine brauche ich keine Infrastruktur, aber mit zwei Mädels an Bord… naja ihr wisst schon. Also standen wir noch 3 Tage dort. Sonne tanken, lecker essen und abends ein paar Rotwein mit den Nachbarn. So langsam mussten wir wieder die Heimatrichtung ansteuern und beschlossen auf dem Rückweg noch ein paar Besuche zu machen. Also ging es Donnerstag morgen Richtung Hamburg. Ein kleines Nest in der Nähe von Glücksstadt war unser Ziel. Dort angekommen ging es erstmal an die tägliche Routine „Bettbau“ und Abendessen. Wunderschön die Ecke dort oben, direkt an der Elbe…toll. Für den Tag darauf nahmen wir die Einladung von Patrick und Verena von www.runterwegs.de an, die uns auf einen kleinen Bauernhof in der Nähe von Nienburg eingeladen hatten. Also Attacke und los…Der Hanomag rannte wie Irre, wahrscheinlich wusste er, dass es zu einem anderen Hanomag geht. Verena und Patrick fahren  das selbe Ungetüm und waren damit sechs Jahre in Afrika unterwegs und bauen in zurzeit neu aus. Dort angekommen parkten wir den Laster und futterten uns nach dem langen Tag erstmal die Bäuche rund. Abends saßen wir dann noch in gemütlicher Runde und fachsimpelten über unsere Alteisenautos und Reiseerfahrungen. Natürlich tranken wir auch das ein oder andere Bier, so das wir mit ordentlicher Bettschwere ins Bett fielen. Am nächsten Morgen Frühstückten wir in Ruhe und dann ging es auch schon weiter. Eigentlich wollten wir noch jemanden an der Weser besuchen, der aber leider nicht da war und so setzten wir unsere Fahrt Richtung Homebase fort. Leider sind die drei Wochen soooooooo schnell vorbeigerauscht, aber es war wunderschön. Deutschland hat so tolle Gegenden, die man unbedingt mal bereisen sollte. Für nächsten Jahr steht fest das wir wieder in Deutschland bleiben und wer weiß wo es uns dann hin verschlägt. Vielleicht in den Spreewald…oder…wir werden sehen. Bis Dahin